Samstag, 17. Januar 2009

Tiefpunkt und Angst

Heute ist glaube ich der absolute Tiefpunkt erreicht. Es fängt schon damit an, daß ich im Gegensatz zu gestern morgens nicht erholt sondern erschöpft aufwache. Naja, schlecht schlafen kann man ja mal. Ich stehe also auf und merke, daß ich beim Anziehen meiner Schuhe Probleme habe, mich vorzubeugen. Meine Freundin hatte mich sowieso schon darauf hingewiesen, daß ich ganz schön dick geworden bin. Blöde Grippe, es wird echt Zeit, daß ich mal wieder Sport mache. Hoffentlich bin ich bald wieder fit...
Dann gehe ich los zum Bäcker. Erstmal die Treppe runter (ich wohne im 6. Stock, runter gehe ich immer zu Fuß, rauf fahre ich seit ich krank bin mit dem Fahrstuhl). Danach komme ich noch ungefähr 50m weit, bevor mir schwindlig und schwarz vor Augen wird. Erst klammere ich mich noch an einen Laternenmast, aber wenn ich nicht umkippen will, muß ich mich hinsetzen. Das mache ich dann auch. Klar denken kann ich zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr, jedenfalls ist das einzige Ziel, irgendwie zum Bäcker zu kommen.
Ich schleppe mich da also hin. Es sind auch nur so 300m. Dort angekommen, muß ich mich erstmal hinsetzen. Praktischerweise steht eine Bank bereit. Nach etwas Ausruhen, vielleicht 10min, schaffe ich es ganz gut, meine Brötchen zu kaufen. Irrsinnigerweise gehe ich danach noch weiter zum Bioladen. (ca. 50m entfernt vom Bäcker). Hier kaufe ich noch Milch und muß mich anschließend auch wieder hinsetzen (es gibt wieder einen Stuhl für die Kunden-ob so was öfters vorkommt?). Diesmal ist es richtig schlimm. Ich breche fast in Panik aus, kriege schlecht Luft, habe kalten Schweiß auf der Stirn. Bin kurz davor, einen Rettungswagen rufen zu lassen. Weiß auch nicht, warum ich das nicht tue. Vermutlich, weil ich wirklich völlig neben der Spur bin.
Nach vielleicht 15min kann ich aufstehen und zurück zu mir gehen. Ich schaffe das irgendwie, ziehe nur noch meine Jacke aus, stelle die Tasche ab, und setze mich wieder hin. Die Einkäufe in den Kühlschrank zu räumen, packe ich erstmal nicht. Nach vielleicht 45min schaffe ich es, aufzustehen, und mir ein Glas Milch einzuschütten. Danach sitze ich wieder am Tisch und trinke. Es tut gut, nach einer weiteren Pause kann ich Frühstück machen. Um mich abzulenken, gucke ich mir DVDs an. Inzwischen bekomme ich es langsam mit der Angst zu tun. Das ist doch nicht mehr normal, denke ich. Was ist, wenn ich umkippe und bin hier ganz alleine? Ich schicke meiner Freundin eine sms, sie soll mich regelmäßig anrufen, um zu gucken, ob ich noch ok bin. Leider ist sie am Tag vorher zu ihren Eltern gefahren und ich bin eben ganz alleine...

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